Warnung vor Fax der Datenschutzauskunft-Zentrale

 

Sehr geehrte Mandanten,
aufgrund aktueller Ereignisse und zahlreicher Anrufe in unserem Haus wenden wir uns mit einem Warnhinweis an Sie!
Seit gestern versenden Unbekannte bundesweit Faxe an Firmen, Vereine und Unternehmen und geben sich hierbei als „Datenschutzauskunft-Zentrale“ mit Sitz in Oranienburg aus. Diese Behörde existiert jedoch überhaupt nicht. Die Faxe erwecken den Anschein eines offiziellen Schreibens der genannten Behörde und offerieren einen gebührenfreien „Basisdatenschutz“.
In dem Schreiben wird mit einer Frist bis zum 9. Oktober 2018 an eine gesetzliche Pflicht zur Umsetzung des Datenschutzes nach der neuen Datenschutz-Grundverordnung erinnert und aufgefordert, das beigefügte Formular unterschrieben und ausgefüllt zurückzusenden. Was dick, fett und unterstrichen als gebührenfrei deklariert wird, ist laut Kleingedruckten jedoch der Kauf eines „Basisdatenschutz“ für einen Beitrag von jährlich 592,62 Euro mit einer Laufzeit von drei Jahren.
Die Absender dieses Schreibens verfolgen dasselbe Muster wie es früher bei der Gewerbeauskunft-Zentrale üblich war. Ob die Betreiber identisch sind oder ob hier ganz einfach nur das erfolgreiche Geschäftsmodell der Gewerbeauskünftler kopiert wurde, ist noch nicht klar. Dass in dem Schreiben eine internationale Freephone-Nummer mit der Vorwahl 00800 angegeben wird, deutet darauf hin, dass die Hintermänner im Ausland sitzen.
Klar ist aber, dass hier, genauso wie vormals von der Gewerbeauskunft-Zentrale, die Empfänger darüber getäuscht werden sollen, dass sie eine kostenpflichtige Leistung bestellen, die nicht nur überteuert sondern auch völlig unnütz ist. Nach der DSGVO ist auch niemand dazu verpflichtet, Daten und Angaben über seinen Betrieb an eine “Datenschutzauskunft-Zentrale” zu übermitteln. Es handelt sich wieder einmal um den Versuch, aus der Angst und Verunsicherung bezüglich der datenschutzrechtlichen Verpflichtungen Kapital zu schlagen.
Sollten Sie ein solches Schreiben erhalten haben, sollte es auf keinen Fall unterschrieben zurückgesendet werden. Die Folge wäre in wenigen Tagen eine Rechnung über 592,62 EUR. Wer das Fax bereits unterschrieben und zurückgeschickt hat, sollte seine Erklärung umgehend widerrufen und hilfsweise wegen arglistiger Täuschung anfechten. Rechnungen der Datenschutzauskunft-Zentrale sollten nicht bezahlt werden, sondern die Forderungen nach Widerruf und Anfechtung bestritten werden. Es besteht die Möglichkeit mittels negativer Feststellungsklage gerichtlich gegen bestrittene Forderungen vorzugehen. Bereits geleistete Zahlungen sollten auch gerichtlich zurückgefordert werden.
Wir warnen daher vor diesen Schreiben und empfehlen Ihnen, dieses fachgerecht zu entsorgen.

 

Für Rückfragen und Beratungen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie Sich an unseren Experten RA Christian Schlundt.

 

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